Die Grundlage unserer erzieherischen Arbeit am Kind bildet die Waldorfpädagogik. Sie ist Impuls und Orientierungshilfe unserer methodisch-didaktischen Arbeit. In unserer pädagogischen Arbeit unterstützen wir die Entfaltung der Individualität unserer Kinder. Wir fördern sie in ihren Lernprozessen ganzheitlich (körperlich, seelisch und geistig),um ihnen später ein selbstbestimmtes Leben in der sozialen Gemeinschaft zu ermöglichen. Voraussetzung für eine gelingende Entwicklung ist zunächst der Aufbau einer gesunden Körperlichkeit. Darum legen wir großen Wert auf eine gesunde Ernährung der Kinder mit Lebensmitteln aus der biologischen Landwirtschaft. Wir kochen in eigener Küche. Oft werden die Kinder in das Zubereiten der Mahlzeiten einbezogen.Wir sorgen für großen Bewegungsspielraum und ein die Kreativität anregendes Umfeld, damit die Kinder möglichst viele Aspekte ihrer Leiblichkeit erfahren können. Dabei werden alle Sinne angesprochen. Die Sinnespflege hat bei uns eine besondere Bedeutung, denn mit Hilfe der Sinne orientiert sich das Kind, um später das Wahrgenommene zu ordnen und gedanklich in Zusammenhänge zu bringen. Wir achten auch auf ein weitestgehend naturbelassenes Umfeld. Spielzeug hat bei uns möglichst wenig festgelegte Funktionen, so kann es für verschiedene Spielaktivitäten herangezogen werden. Das fördert das Selbst-Gestalten. Rituale und Rhythmen im zeitlichen Ablauf dienen ebenso der Stärkung der leiblichen Erfahrung. Auch in der Natur gibt es immer wiederkehrende Rhythmen, wie Tag und Nacht und die Jahreszeiten. Rituale und Rhythmen sorgen bei uns für den Sicherheit gebenden Rahmen, vor dessen Hintergrund das Kind sich wahrnehmen und ausprobieren kann. Einmal wöchentlich findet in unserem Kindergarten Eurythmieunterricht für alle Kinder statt. Für die seelische Entwicklung ist es wichtig, dass das Kind aufgrund der adäquaten und empathischen Reaktionen der Erwachsenen sichere Bindungen aufbauen kann. Der Kindergarten kann die bestehende Beziehung des Kindes zu den Eltern nur ergänzen. Wir bemühen uns um möglichst viel Kontinuität in der Betreuung der Kinder und gestalten die Eingewöhnungsphase behutsam und nach den individuellen Bedürfnissen des Kindes. Der Erzieher nimmt die Interaktion mit dem Kind im Sinne einer echten Begegnung auf. Er nimmt das Kind in seiner Individualität wahr und begleitet es respektvoll in seiner Entwicklung, indem er sich als Vorbild und Interaktionspartner zur Verfügung stellt. Für eine gesunde seelische und geistige Entwicklung ist es weiterhin nötig, dass das Kind erlebt, dass die Welt prinzipiell durchschaubar, handhabbar, gestaltbar und sinnhaft ist. Es ist uns ein besonderes Anliegen den Kindern sinnhafte Erfahrungen zu ermöglichen. Das dominierende Lernprinzip in der Vorschulzeit ist die Nachahmung. Das Vorbild-Nachahmungs-Prinzip ist deshalb für die Art unserer Bildungsvermittlung grundlegend. Dabei geht es über die Nachahmung bestimmter Tätigkeiten im freien Spiel hinaus. Der Erzieher wird in seiner ganzen Persönlichkeit, in seinem Umgang mit sich selbst, mit anderen Menschen und mit den Dingen, mit seinen Motiven und Intentionen vom Kind wahrgenommen. Im Sinne der Anthroposophie ist Erziehung deshalb immer auch Selbst-Erziehung. Die Erzieher gehen achtsam mit sich um, sie reflektieren ihr Tun und Sein. Sie sorgen für Authentizität, für Sinnhaftigkeit in ihrem Tun und wann immer möglich für eine heitere und gelassene Grundstimmung und bilden so ein gutes Lernumfeld für das Kind. Das Kind lernt im Kindergartenalter weitestgehend unwillkürlich. Lernen ist ein ständiger peripherer Prozess während des Spiels. Wir gehen dabei davon aus, dass vor allem das freie Spiel die Wesenskräfte stärkt. Die Kinder können sich im freien Spiel ohne vom Erzieher vorgegebene Beschäftigung die Herausforderungen suchen, die sie gerade brauchen und bewältigen können. Die Kinder erlernen so Ausdauer, Konzentrationsfähigkeit, Kreativität, Selbstständigkeit und soziales Miteinander. Das Spiel der Kinder erfolgt im Kindergartenalter spontan. Vorstellungshafte Planung bildet sich erst im Vorschulalter langsam heraus. Die Erzieher gestalten den Rahmen für ein konstruktives freies Spiel der Kinder, indem sie für die nötige Sicherheit, eine anregende Umgebung und auch Freiraum sorgen. Bei uns werden die Kinder in altersgemischten Gruppen betreut. Jedes Kind hat so die Möglichkeit seine sozialen Fähigkeiten gegenüber kleineren, gleichaltrigen und größeren Kinder und gegenüber Erwachsenen auszuprobieren und auszubilden. Zudem erfährt es den eigenen Wachstumsprozess greifbar im Vergleich mit den anderen Kindern der Gruppe: Es kommt als jüngstes Kind in die Gruppe, muss sich orientieren, ist in manchen Dingen noch auf Hilfe von älteren Kindern und Erziehern angewiesen und macht eine Entwicklung durch bis es im Vorschuljahr eines der ältesten Kinder ist, sich auskennt und nun selbst den jüngeren Kindern Hilfestellung geben kann. Im Vorschuljahr werden den Kinder stetig mehr Aufgaben zugetraut, sie werden stärker in die Bewältigung der Alltagsanforderungen im Kindergarten mit einbezogen. Das stärkt ihr Selbstvertrauen, die Kinder sind stolz auf den Status des Vorschulkindes. Als Vorbereitung auf die Schule und um Ausdauer und planhaftes Handeln zu üben, fertigen die Kinder im letzten Jahr Vorschularbeiten in Form von handwerklichen Projekten. Wenn die Kinder beim Johannifest feierlich aus dem Kindergarten verabschiedet werden, sind sie reif für neue Lernerfahrungen in der Schule. Wir streben mit unserer Arbeit an, das Entwicklungspotential in jedem Kind zu fördern. Dabei erleben wir es als Bereicherung,dass wir immer einige Kinder aus ursprünglich anderen Kulturkreisen in unserem Kindergarten betreuen. Dies erweitert auf ganz natürliche Weise den Erfahrungsraum der Kinder. In unserer Arbeit stärken wir außerdem Mädchen wie Jungen gleichermaßen.